Türkei verweigert LGBTQ+-Kreuzfahrtschiff das Anlegen in Häfen
Istanbul (Türkei) – Ein Kreuzfahrtschiff mit mehreren tausend Passagieren darf auf seiner geplanten Route keine türkischen Häfen anlaufen. Die türkischen Behörden verweigerten der „Scarlet Lady“ kurzfristig die Einfahrt nach Kuşadası und Istanbul. Das Schiff war im Auftrag eines Reiseveranstalters unterwegs, der Kreuzfahrten für die LGBTQ+-Community organisiert.
Warum durfte das Schiff nicht anlegen?
Nach Angaben des Reiseveranstalters informierten die türkischen Behörden darüber, dass die geplanten Stopps in der Türkei nicht genehmigt werden. Als Begründung seien unter anderem „moralische Standards“ sowie „familiäre Werte“ genannt worden.
An Bord der „Scarlet Lady“ befanden sich rund 2.700 Passagiere aus etwa 50 Ländern. Die Kreuzfahrt sollte ursprünglich unter anderem Stationen in Kuşadası und Istanbul umfassen.
Route kurzfristig geändert
Nach der Absage passte der Veranstalter den Reiseverlauf an. Statt die türkischen Häfen anzulaufen, steuert das Schiff nun unter anderem Alexandria in Ägypten sowie Heraklion auf der griechischen Insel Kreta an.
Die Kreuzfahrt war für den Zeitraum vom 5. bis 15. Juli geplant und startete im griechischen Piräus. Weitere Ziele befinden sich unter anderem in Italien und Kroatien.
Behörden äußern sich zu ihrer Entscheidung
In einer veröffentlichten Erklärung begründeten die zuständigen Behörden der Provinz Aydın ihre Entscheidung damit, dass die gecharterte Reise ihrer Auffassung nach nicht mit den gesellschaftlichen und moralischen Werten des Landes vereinbar sei. Zudem verwiesen sie auf öffentliche Diskussionen in sozialen Netzwerken.
Der Reiseveranstalter zeigte sich enttäuscht über die kurzfristige Entscheidung und informierte die Gäste über die geänderte Route.
Veranstalter organisiert LGBTQ+-Reisen
Das Unternehmen Atlantis Events ist seit Anfang der 1990er-Jahre auf Kreuzfahrten und Reisen für LGBTQ+-Gäste spezialisiert. Nach eigenen Angaben richtet sich das Angebot insbesondere an homosexuelle Männer, steht aber grundsätzlich allen Reisenden aus der LGBTQ+-Community offen.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wurde auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen eigenständig formuliert und redaktionell bearbeitet.


