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Teppichhändler Faqir Malyar verliert 85.000 Euro beim Sparkassen Raub in Gelsenkirchen – Kunde will Schaden einklagen

Gelsenkirchen – Der spektakuläre Einbruch in die Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer hat zahlreiche Schließfachmieter getroffen. Einer der Betroffenen ist der 67-jährige Teppichhändler Faqir Malyar, der nach eigenen Angaben rund 85.000 Euro aus seinem Bankschließfach verloren hat. Er kündigte an, den Schaden gerichtlich geltend zu machen – gemeinsam mit Hunderten weiteren Geschädigten.

Malyar betreibt seit Jahrzehnten ein Teppichgeschäft direkt neben der betroffenen Sparkassenfiliale. Nach eigenen Angaben hatte er Bargeld aus einer Erbschaft und einer Lebensversicherung in seinem Schließfach deponiert, das er seit mehr als 15 Jahren gemeinsam mit seinem Bruder nutzte. Zusätzlich befand sich dort Schmuck im Wert von über 20.000 Euro, den er als Hochzeitsgeschenk erhalten hatte.

Wie der Händler schildert, erfuhr er zunächst über das Radio von dem Einbruch Ende Dezember 2025. Vor der Filiale habe er später zahlreiche aufgeregte Kunden gesehen. Als die Sparkasse eine Hotline einrichtete, meldete er sich dort und erfuhr schließlich, dass auch sein Schließfach betroffen war.

Die Sparkasse teilte Betroffenen mit, dass die gesetzliche Haftung für Schließfächer auf 10.300 Euro begrenzt sei. Malyar kritisiert diese Regelung und erklärt, er sei darüber nicht ausreichend informiert worden. Hätte er davon gewusst, hätte er nach eigener Aussage eine Zusatzversicherung abgeschlossen.

Sammelklagen und rechtliche Auseinandersetzung

Mehrere Anwälte vertreten inzwischen zahlreiche Geschädigte. Nach ihren Angaben haben sich bereits mehrere hundert Betroffene zusammengeschlossen. Sie prüfen mögliche Pflichtverletzungen der Bank, insbesondere im Hinblick auf Sicherheitsvorkehrungen im Tresorbereich.

Im Raum steht der Vorwurf, dass es im Tresorraum möglicherweise keine funktionierenden Bewegungsmelder gegeben habe und schwere Bohrarbeiten daher unbemerkt bleiben konnten. Zudem soll der Zugang über eine manipulierte Fluchttür erfolgt sein. Die Sparkasse weist diese Kritik zurück und erklärt, die Filiale sei nach anerkanntem Stand der Technik gesichert gewesen.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul hatte im Landtag erklärt, der Fall werfe „eine Reihe von Fragen“ auf. Die Ermittlungen der Polizei dauern an; Tausende sichergestellte Gegenstände aus den Schließfächern müssen noch ausgewertet werden.

Bank bleibt vorerst geschlossen

Nach Angaben der Polizei wird die Aufarbeitung des Falls voraussichtlich noch Monate in Anspruch nehmen. Die Sparkassenfiliale bleibt daher weiterhin geschlossen. Viele betroffene Kunden suchen stattdessen in umliegenden Geschäften Hilfe – darunter auch in Malyars Teppichladen.

„Viele kommen vorbei, einige sind verzweifelt“, berichtet der Händler. Für ihn selbst ist der Verlust ein harter Schlag: Er hatte geplant, in ein bis zwei Jahren in den Ruhestand zu gehen.

Ob es zu einer außergerichtlichen Einigung kommt oder ein langwieriger Prozess folgt, ist derzeit offen. Die ersten Klagen könnten nach Angaben der Anwälte in Kürze beim Landgericht Essen eingereicht werden.

Hinweis: Die Informationen basieren auf Medienberichten und öffentlich zugänglichen Quellen.

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